Leadership Rallye – Copilote
Warum du ohne Copiloten nur mit Vollgas in den Graben fährst
Leadership Rallye – Copilot oder Ego-Trip?
Warum du ohne Copiloten nur mit Vollgas in den Graben fährst
Wenn du führst, kennst du das: Tempo, Druck, ständig neue Kurven. Entscheidungen in Echtzeit. Und manchmal fühlt es sich an, als wärst du allein im Wagen. Mit Vollgas voraus, aber auch mit wachsender Unsicherheit, ob du noch auf Kurs bist.
Ich kenne diese Situation. Viele Jahre lang saß ich als Copilot in einem echten Rallyeauto. Kein Show-Job, sondern eine hochkonzentrierte, taktisch entscheidende Rolle. Während der Fahrer ans Limit ging, hielt ich das Gebetbuch in der Hand: das Roadbook mit jeder Kurve, jedem Bremspunkt, jedem Risiko. Ich gab Ansagen, organisierte das Service-Team, rechnete Zeiten – und sorgte dafür, dass wir nicht nur schnell, sondern auch sicher ankamen.
Das ist auch deine Führungsrealität: Führung braucht ein starkes Cockpit-Team. Kein Ego-Trip, sondern Zusammenspiel. Im Rallyesport ist die Rolle des Copiloten nicht verhandelbar: Kurvenansagen im Sekundentakt, Überblick über Zeitlimits, Etappenpläne und Risiken oder Krisenmanagement bei Ausfällen oder Streckenänderungen. Ohne Copilot? Bleibt der Wagen stehen oder landet im Graben. Selbst der beste Fahrer braucht Orientierung. Und das gilt auch für dich als Impact Leader.
Deine Leadership-Realität: Fährst du wirklich noch mit Team?
Vielleicht erkennst du dich wieder: Du bist der Treiber, der Visionär, die Person, die entscheidet und nach vorn zieht. Aber wenn du ganz ehrlich bist:Wie oft bist du wirklich im Dialog mit deinem inneren und äußeren Führungsteam? Wer hilft dir, zu navigieren?
In deiner Organisation gibt es Menschen, die in den Copiloten-Sitz gehören:
- CFO – gibt dir finanzielle Streckensicherheit
- COO – sorgt für Prozessklarheit und Umsetzung
- HR – hält die Teamtemperatur im grünen Bereich
- Assistenz & Projektsteuerung – agieren als Taktgeber, Navigatoren, Problemlöser
Wenn du diese Rollen nicht einbindest – oder ihnen nicht wirklich zuhörst – riskierst du blinde Flecken. Und Entscheidungen, die dich in deiner Rallye nicht nur den Sieg kosten, sondern auch einen Totalschaden hinterlassen können.
Was du als Leader vom Copiloten lernst
- Koordination schlägt Kontrolle
Der Copilot gibt keine Befehle. Er schafft Übersicht, Struktur und Kontext. Genau das brauchen auch deine Teams. - Vertrauen ist dein Beschleuniger
Im Rallyeauto verlässt sich der Fahrer blind auf jede Ansage. Vertrauen ist kein Soft Skill. Es ist dein Turbo – gerade in High-Stakes-Phasen. Dieses Vertrauen kommt aber nicht von ungefähr. Fahrer und Copilot müssen es mühsam aufbauen und sich das Vertrauen des anderen auch verdienen. - Vorbereitung schlägt Spontaneität
Das Gebetbuch entsteht vor dem Rennen, nicht auf der Strecke. Wenn du führen willst, brauchst du Szenarien, Notfallpläne und klare Routinen, die dann fertig sind, wenn du mitten auf der Rallyestrecke bist. - Keine Egos im Cockpit
Echte Höchstleistung entsteht nicht durch Einzelglanz, sondern durch Synchronität. Im Auto wie im Unternehmen müssen die Handlungen der Führungskräfte aufeinander abgestimmt sein.
Dein Leadership-Check: Wer ist dein Copilot?
Nimm dir einen Moment und geh diese Fragen ehrlich durch:
- Wem vertraust du uneingeschränkt?
- Wer sieht Dinge, die du nicht siehst, und sagt sie dir trotzdem?
- Wer spricht unbequeme Wahrheiten und du hörst trotzdem zu?
- Wen machst du sichtbar und wem dankst du regelmäßig?
Wenn du ins Stocken gerätst: Kein Grund zum Aussteigen, aber ein starkes Signal. Führung verändert sich und dein Führungsstil darf sich entwickeln.
Wer ist dein stärkster Copilot und wie zeigst du es ihm oder ihr? Mach es sichtbar. In deinem Team-Meeting, im Feedbackgespräch oder im LinkedIn-Post. Oder: Sprich mit mir als deinem Sparringspartner. Ich unterstütze dich dabei, dein Cockpit neu zu besetzen und aus Ego-Tempo wieder Teamdynamik zu machen.
Fazit: Deine Führung braucht ein funktionierendes Cockpit
Wer schneller ans Ziel will, braucht jemanden, der ihn dorthin lotst. Nicht nur jemanden, der Gas gibt. Dann gehört der Sieg denen, die nicht nur für sich selbst schnell sind, sondern smart zusammenspielen.
Also: Ist dein Cockpit klar besetzt? Wird miteinander gesprochen oder aneinander vorbeigeplant? Traust du dich, Verantwortung zu teilen oder hältst du alles selbst in der Hand, weil’s vermeintlich schneller geht?
Führung ist kein Solo. Führung ist Team-Performance.